Tätigkeiten

Tätigkeiten von JournalistenDie Haupttätigkeiten von Journalisten bestehen im Recherchieren, Dokumentieren, Formulieren, Redigieren, Präsentieren, Organisieren und Planen.

Journalisten leisten heute oftmals noch viel mehr als die klassische Redaktionsarbeit. Sie bloggen und erstellen Video-Berichte. Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook gehören mittlerweile in vielen Redaktionen zur digitalen Grundausstattung.

Statistisch gesehen verbringt bspw. ein festangestellter Journalist 104 Minuten und ein freier Journalist 124 Minuten pro Tag mit Recherche, ca. 120 Minuten widmen sie sich dem Verfassen und Redigieren von Texten.

Die Suche nach den passenden Inhalten

Im Journalismus ist die Auswahl der veröffentlichten Inhalte stets die erste Aufgabe. Noch bevor ein Journalist, Redakteur oder Reporter mit seiner eigentlichen Tätigkeit, dem Schreiben, beginnt, muss er entscheiden, in welchen Bereichen sich die Mühe lohnt. Zwar sind die meisten Journalisten bereits durch ihre Ressorts in der Auswahl der Themen begrenzt, doch auch innerhalb eines Feldes gibt es zahlreiche Informationen, die unmöglich alle bearbeitet werden können. Die Auswahl richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten. Zum einen muss ein Thema wichtig sein. Ergeben sich aus einem Ereignis deutliche Folgen für das Leben der Leser, Zuhörer oder Zuschauer (Rezipienten), ist dies immer eine Nachricht wert. Doch gleichzeitig muss eine Nachricht den Rezipienten auch interessieren. Nicht immer sind es die wichtigen Themen, welche den Rezipienten am meisten fesseln. Oft genug verfolgen die Leser einer Zeitung besonders die Berichte sehr aufmerksam, welche für das eigene Leben nicht die geringste Relevanz haben. Im Journalismus wird häufig nach einer vagen Formel entschieden, ob Informationen zu einem Artikel verarbeitet werden oder nicht. Bei Unglücksfällen zählen zum Beispiel Nähe und Anzahl der Opfer eine wichtige Rolle. Je mehr menschliche Opfer bei einem Unglück betroffen waren, desto relevanter scheint es für die Leser zu sein. Gleichzeitig sind Unglücksfälle in geografischer Nähe wichtiger als diejenigen, die am anderen Ende der Erde stattfanden. Auch die soziale Nähe der Opfer kann in die Entscheidung mit einfließen. Nicht zuletzt spielt es aber auch immer eine Rolle, wie gut das Ereignis beschrieben werden kann. Ein Unglück, welches spektakuläre Bilder liefert, wird zum Beispiel im Fernsehen bessere Chancen haben, erwähnt zu werden, als eines, bei dem die Schäden nicht sichtbar sind.

Nicht alle Informationen, denen ein Journalist nachgeht, werden am Ende auch tatsächlich veröffentlicht. Immer wieder kommt es vor, dass Hinweise ins Leere führen oder dass Informationen sich als inkorrekt oder zumindest unsicher herausstellen, sodass kein fertiger Bericht daraus gefertigt werden kann. Da mit unvollständigen Informationen jedoch kein Geld verdient werden kann, wird im Journalismus immer wieder versucht werden, doch noch etwas herauszufiltern, was in der Zeitung oder in der Nachrichtensendung verwendet werden kann. Was also nach Redaktionsschluss als Artikel angenommen wird, hängt nicht mehr unbedingt damit zusammen, ob es im Vorfeld schon die Kriterien für einen wichtigen Artikel erfüllt hätte. Die letzte Entscheidung liegt meist beim Chefredakteur, welcher aus den Arbeiten, die seine Untergebenen abliefern, ein in sich stimmiges Gesamtbild konzipieren muss. Meist sind die Seiten bzw. Zeilen einer Zeitung ebenso begrenzt wie die Sendezeit einer Nachrichtensendung. Der Chefredakteur muss die vorhandenen Artikel sichten, auf ihre Relevanz prüfen und dann entscheiden, welche Informationen in welcher Reihenfolge erscheinen werden. Manchmal wird er einen Artikel kürzen und einige Erklärungen streichen, damit der Text noch eine kleinere Lücke füllen kann. Manchmal wird er entscheiden, dass ein Artikel so gut geschrieben ist, dass er einen Tag später in voller Länge besser ankommt als sofort in gekürzter Fassung. Bei der Auswahl der Inhalte für eine Gesamtausgabe zählt wieder eine ähnliche Mischung, wie bei den einzelnen Artikeln. Die Auswahl muss dem Leser genug Stoff liefern, um sein Interesse zu wecken. Es muss aber auch Information geliefert werden, welche relevant für sein weiteres Leben ist. Da nicht immer alle Artikel in sich die entsprechende Ausgewogenheit bieten können, muss der Chefredakteur die unterschiedlichen Artikel so zusammenstellen, dass der Leser insgesamt wieder zufriedengestellt ist.

Die Recherche

Ein Journalist muss in der Regel einzelnen Hinweisen nachgehen, um deren Wahrheitsgehalt und Hintergrund zu überprüfen. Bei diesem Rechercheakt kann er sich auf Informationen aus anderen Medien verlassen oder mit den betroffenen Personen selbst sprechen. Meist werden beide Informationsquellen kombiniert, um möglichst einfach an gesicherte Quellen zu gelangen. Ein hilfreiches Instrument bei der Recherche ist ein Presseausweis. Der Journalist muss dabei erkennen, welche Quellen zuverlässig sind und bei welchen Informanten er besser noch weitere Bestätigungen für die gewonnenen Informationen sucht.

Fehler sollte er sich nicht leisten. Selbst wenn der Fehler bereits in einer anderen Tageszeitung oder einer ähnlich renommierten Quelle zu lesen war, ist es auch für den Journalisten, der diesen Fehler abschrieb, sehr peinlich, diese ungeprüft übernommen zu haben. Dennoch finden sich immer wieder Beispiele für Recherchefehler, welche in den verschiedenen Zeitungen eines Landes die Runde machen. Zeitdruck und mangelnde finanzielle Ausstattung der Redaktionen können Gründe für solche Fehler sein. Für viele Journalisten fehlt einfach die Zeit, eine Information in mehreren Quellen zu recherchieren. Werden Fehler aufgedeckt, fehlt das Personal, welches die Datenbanken auf diesen Fehler hin durchsucht, um ihn zu korrigieren. Gerade bei nebensächlichen Dingen wie dem gelernten Beruf eines Politikers halten sich Fehler daher oft über Jahre. Doch die Recherche geht über die Entdeckung solcher Kleinigkeiten natürlich hinaus. Der sogenannte investigative Journalismus übernimmt fast schon polizeiliche Aufgaben, indem er versucht, vertuschte Verbrechen und ähnliche Skandale an die Öffentlichkeit zu bringen. Damit Journalisten weiterhin die Möglichkeit haben, mit Personen zu sprechen, welche selbst in solche Verbrechen verwickelt sind, dürfen sie ihre Informanten schützen. Ein Journalist muss selbst vor Gericht nicht aussagen, von wem er seine Informationen erhalten hat.

Der geschriebene Text

Arbeitet der Journalist in der Redaktion einer Zeitung oder Zeitschrift, muss er seine Informationen in eine schriftliche Form bringen, um sie zu veröffentlichen. Die schriftliche Ausdrucksfähigkeit gehört damit untrennbar zum Beruf eines Zeitungsreporters hinzu. Der Journalist muss für seinen Artikel die richtige Form finden und dann alle relevanten Informationen darin unterbringen. Der Artikel muss das Interesse des Lesers wecken, er muss verständlich sein und gleichzeitig muss er dem Leser einen Mehrwert bieten. In einigen Fällen ist es hierfür notwendig, komplexe Sachverhalte auf ein verständliches Maß herunter zu brechen. In anderen Fällen sind zahlreiche Hintergrundinformationen notwendig, damit ein Ereignis verstanden werden kann. Dem Reporter kommt die Aufgabe zu, zwischen diesen Polen das richtige Mittelmaß zu finden. Möglichst viele Leser sollen ihn verstehen, gleichzeitig darf aber auch niemand durch redundante Zusatzinformationen gelangweilt werden. Je nach Textsorte muss der Journalist zudem versuchen, seine persönliche Meinung so weit wie möglich aus dem Bericht herauszuhalten. Meinungsgefärbte Artikel sind zum Beispiel bei Kommentaren oder gezielten Gegenüberstellungen von Streitpositionen gefragt. Der Großteil der Inhalte soll jedoch sachlich und neutral beschrieben werden, damit die Leser selbst in der Lage sind, die Informationen einzuordnen.

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